Manchmal gibt es diese Momente, in denen man kurz vergisst, auf die Uhr zu schauen. In denen man einfach nur staunt. Genau so ein Moment war das Kindermusical „Staunende Augen“ in Ebermannsdorf.
Schon beim Einzug der Kinder war klar: Das wird kein gewöhnlicher Abend. Rund 70 junge Sängerinnen und Sänger im Alter von 7 bis 17 Jahren – voller Energie, ein bisschen aufgeregt und mit ganz viel Herz – haben die Kirche in einen Ort verwandelt, an dem man sich plötzlich wieder wie ein Kind fühlt. Und ganz ehrlich: Wer kann schon widerstehen, wenn ein Kinderchor mit solcher Wucht lossingt, dass einem direkt ein kleines Gänsehaut-Lächeln ins Gesicht rutscht?
Im Mittelpunkt stand Bartimäus – ein blinder Bettler, der die Welt noch nie gesehen hat. Keine Farben, kein Regenbogen, kein „Wow, schau mal da!“. Und dann passiert das Wunder: Er kann sehen. Durch eine Bitte an Jesus, ihm zu helfen. Und plötzlich wird alles bunt. So richtig bunt. Die Bühne, die Musik, die Stimmung – und irgendwie auch die Herzen im Publikum.
Die Bedeutung von gutem Sehen
Und genau hier hört die Geschichte nicht auf. Denn so schön diese Musical-Welt ist – für viele Kinder in unseren Projekten ist gutes Sehen leider alles andere als selbstverständlich. Ja, einige haben eine Brille. Aber die meisten von ihnen waren vor vielen Jahren zum letzten Mal bei einem Augenarzt.
Sie wachsen, werden von Kindern zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ihre Augen verändern sich – aber die Brille bleibt gleich. Man kann sich vorstellen, wie sich das anfühlt: Die Tafel ist verschwommen, Buchstaben tanzen, und Lernen wird plötzlich zur echten Herausforderung. Nicht, weil sie nicht wollen. Sondern weil sie schlicht nicht richtig sehen.





